Mit klarem, ungetrübtem Blick hat Dr.
F. Batmanghelidj die Ursache für sehr viele
Störungen im menschlichen Körper als tatsächliche, chronische
Austrocknung erkannt und auch behandelt. Er gibt verblüffend simple Tipps.
Von Dr. F. Batmanghelidj (Praxis in Virginia, USA,
Internet: www.watercure.com)
Der Autor leistet mit seinen Büchern einen Beitrag dazu, die
Öffentlichkeit über die verheerenden Folgen der chronischen
Austrocknung des Körpers heutzutage zu informieren. Alle Abläufe im
Körper werden durch Wasser überwacht und dadurch überhaupt erst
möglich gemacht; deshalb ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser
existenziell. Der Körper braucht täglich ein absolutes Minimum von 6
– 8 Gläsern Wasser. (mindestens 0,03 Liter pro kg
Körpergewicht!) Kaffee, schwarzer Tee und andere koffeinhaltige
Getränke zählen nicht als Wasser sondern müssen von der
benötigten Wassermenge abgerechnet werden.
Ein trockener Mund ist das wirklich letzte Warnsignal für eine bestehende
Austrocknung. Der Körper kann auch an Dehydrierung leiden, wenn der Mund
relativ feucht ist. Ob eine Dehydrierung besteht, lässt sich am besten an
der Farbe des Urins erkennen: Urin sollte farblos bis hellgelb sein. Ist er
dunkler, ist das ein Anzeichen für Austrocknung. Fehlt Wasser (und das ist
bei den meisten Menschen der Fall) kommt es unweigerlich zu Störungen.
Viele Krankheiten sind nach Dr. F. Batmanghelidj im wesentlichen nur auf Wassermangel zurückzuführen.
Ausführlich setzt sich der Autor deshalb mit den Themen Diabetes, Asthma
und Allergien, Bandscheibenproblemen, Übergewicht, Bluthochdruck, Stress,
Depressionen, chronische Müdigkeit, Schmerzen aller Art und
Herzbeschwerden auseinander.
Sehr detailliert beschreibt Dr. Batmanghelidj den
Zusammenhang dieser Krankheitsbilder mit chronischem Wassermangel.
Der Blutdruck
Seine Erklärung zum Beispiel des Bluthochdrucks: Austrocknung ist so
ziemlich das gefährlichste für den menschlichen Körper. Deshalb
haben wir alle ein hochsensibles Notprogramm im Gehirn welches sofort
anläuft wenn der Wasserhaushalt im Körper gestört ist. Das
Gehirn kann am schnellsten geschädigt werden, deshalb wird sein
Wasserbedarf unter allen Umständen gedeckt. Ebenso die wichtigsten inneren
Organe. Der erhöhte Bedarf an Wasser in diesen Organen verringert die
Blutmenge in den Adern, da das Blut, was eigentlich nicht seine Aufgabe ist,
Wasser in diese Organe und in die Zellräume abgibt. Um nun, durch den
erhöhten Bedarf in diesen Organen in den Adern Wasser zu sparen,
erhöht der Körper den Druck in den Arterien indem er diese
zusammenzieht. Dieser Vorgang ist höchst kompliziert und die
Erklärung denkbar einfach. Das Herz muss stärker pumpen, um die
lebenswichtigen Vorgänge, wie Herz- und Hirndurchblutung aufrecht erhalten zu können. Bei reichlicher
Wasserzufuhr kann diese Notmaßnahme unterbleiben. Das Blut wird wieder
dünnflüssig, die Widerstände lösen sich auf. Das Herz als
Muskel kann sich schonen, der Blutdruck sinkt.
Übergewicht
Amerikanische Studien zeigen: Nur einer von fünf übergewichtigen
Patienten trank tatsächlich die empfohlene ausreichende Wassermenge pro
Tag. Die meisten bringen es noch nicht einmal auf einen Liter. Das ist so
verheerend weil der Mensch zu 75 Prozent aus Wasser besteht. Das Gehirn, die
Schaltzentrale des Stoffwechsels, sogar zu 85 Prozent. Das Gehirn hat den
höchsten Wasserbedarf im Körper. Der Körper braucht also
dringend Wasser, um die in den Gehirnzellen gebildeten Neurotransmitter
(Botenstoffe) zu den Nervenzellen zu transportieren. Nur dann können wir
uns gut konzentrieren, sind entspannt und gut gelaunt.
Die Rolle des Trinkens beim Abnehmen: Fehlt Wasser, arbeitet der Stoffwechsel
mangelhaft. Abfallprodukte können nicht mehr ausgeschwemmt werden,
verbleiben in den Zellen. So können die Zellen lebensnotwendigen
Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr optimal aufnehmen und verlieren auf
Dauer ihre Funktionsfähigkeit. Folge: Verdauungsprobleme, Übergewicht
und Falten.
Tipps von Dr. F. Batmanghelidj
1) Wasser regt die Verdauung an
Der Körper muss täglich ca. vier bis sechs Liter Verdauungssäfte
produzieren (z. B. Magensaft, Bauchspeicheldrüsen- und
Gallenflüssigkeit). Je mehr Wasser dem Stoffwechsel zur Verfügung
steht, desto effektiver können die Enzyme die Nährstoffe abbauen.
Trinken wir zuwenig, zieht der Körper das benötigte Wasser anderswo
ab. Hunger ist sehr oft falsch verstandener Durst. Deshalb sollte man
versuchen, bei einem Hungergefühl zwischendurch, zuerst etwas zu trinken.
Folge: Heißhunger auf Nachschub lässt nach, weil der Körper
alles hat, was er braucht.
2) Wasser steigert die Fettverbrennung
Wissenschaftliche Studien zeigen: Wenn genügend Wasser zugeführt
wird, verbrennt der Körper etwa 3 % mehr Kalorien. Schon allein
genügendes Wassertrinken vor und nach dem Essen begünstigt also das
Abnehmen.
3) Wasser stoppt Müdigkeit und Hunger
Wer unruhig, gereizt oder müde ist, isst mehr. Jeder kennt dieses Problem,
und Wissenschaftler haben den Grund gefunden: Der Wassermangel macht müde
und hungrig. Hunger ist sehr oft falsch verstandener Durst. Darum nehmen
Menschen, die nachts arbeiten, zum Beispiel auch schneller zu. Dann dringt
dieses Wasser in die Zellen und produziert, durch den besser funktionierenden
Stoffwechsel umgehend Energie – egal, ob Nährstoffe vorhanden sind
oder nicht.
4) Kaffee, Tee und Alkohol bremsen den Fettabbau
Diese Getränke forcieren die Wasserausscheidung und führen so zu
einer Austrocknung des Körpers, wenn nicht gleichzeitig vermehrt wieder
Wasser zugeführt wird. Anstatt mit Kaffee, Tee oder Cola sollte man den
Durst nur mit frischem Leitungswasser löschen. Das Koffein bzw. Teein regt die Nierenausscheidung so stark an, dass der
Körper viel mehr Wasser abgibt, als er ursprünglich aufgenommen hat.
Auch bei Alkoholzufuhr scheidet der Körper durch die Aktivierung des
Hormons Adiuretin sehr viel mehr Wasser aus. Dadurch
werden die Stoffwechselvorgänge deutlich gebremst. (Wenn man am Abend 2
Maß Bier trinkt, muss man zusätzlich 2 Liter Wasser trinken um nicht
zu dehydrieren! Man merkt das spätestens am nächsten Tag beim
Nachdurst. Doch dann hat der Körper die Nacht über schon sehr
gelitten. Am Besten vor dem Schlafengehen viel Wasser trinken) Und das ist
wohlgemerkt nicht moralinsauer sondern Tatsache.
5) Über die passenden Mengen
Wie viel man trinken muss, richtet sich nach dem Gewicht. Bis 65 Kilo sollte
man mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken, mit mehr Gewicht 2,5 – 3
Liter. Mindestens 0,03 Liter pro kg Körpergewicht. Ob Leitungs-, oder
Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure, ist egal. Außerdem in
Maßen erlaubt: ungesüßten Kräutertee. Für jedes
koffeinhaltige Getränk (Kaffee, Cola, Schwarztee,
Energie Drink etc.) muss man zur normalen Trinkmenge noch einmal einen halben
Liter Wasser oder mehr dazurechnen.
Bei starker körperlicher Betätigung wird es noch mal entsprechend
mehr, pro halbe Stunde Aktivität sollte man einen halben bis ¾
Liter dazurechnen. Man muss sich wirklich genügend Wasser bereitstellen
und damit auch kontrollieren, ob man genügend trinkt für den ganzen
Tag. Der Körper kann schon ausgetrocknet sein noch bevor der Mund trocken
ist. Das ist nach Dr. Batmanghelidj sogar die Regel.
Die meisten Menschen merken also im Grunde kaum, dass sie schon ausgetrocknet
sind, und dass der Körper schon nach Wasser schreit, indem er verschiedene
Krankheitssymptome produziert. Erste Warnzeichen sind, noch vor
Mundtrockenheit: Müdigkeit, Rückenschmerzen, Verspannungen und auch
Depressionen die dadurch stark gefördert werden.
Quelle: Buch „Wasser, die gesunde Lösung“ und „Sie sind
nicht krank, Sie sind durstig!“ von F. Batmanghelidj