Die gleichen
Mechanismen, die für die Alterungsprozesse im Gesamtorganismus eine Rolle
spielen, sind auch bei der Hautalterung evident. Aufgrund der exponierten Lage
der Haut und ihrer Bedeutung als Schutz- und Abgrenzungsorgan gegenüber
der Außenwelt, ist sie jedoch im Gegensatz zu inneren Organen
zusätzlich vielen exogenen Einflüssen ausgesetzt. Diese wirken nicht
nur einmalig, wie z. B. bei einer Verletzung, sondern langandauernd
und wiederholt, wie z. B. bei UV Belastung. Bei der Haut spielen deshalb zwei Alterungsmechnismen eine Rolle, die intrinsische
(chronologische, genetische) Alterung und die extrinsische
(exogene, vorzeitige) Alterung, die zum großen Teil lichtbedingt ist1.
1.1. Intrinsische (Zeit-)Hautalterung
Während die intrinsische Hautalterung für die gesamte Haut
gleichermaßen abläuft, konzentriert sich die extrinsische
Hautalterung auf die Areale, die dem Licht ausgesetzt sind. Chronologisch
gealterte Haut ist dünn und atrophisch, mit feiner Faltenbildung und weist
eine gleichmäßige Pigmentierung auf, die Oberfläche kann
silbrig glänzen. Insgesamt ist die Haut weich und lässt sich leicht
von der Faszie abheben. Die intrinsische Hautalterung lässt sich durch
Kosmetika oder Dermatika nicht, bzw. nur wenig
beeinflussen.
1.2. Extrinsische
(Licht-)Alterung
Bei der extrinsischen Hautalterung, die auch als
Lichtalterung, aktinische Alterung oder vorzeitige
Alterung bezeichnet wird, kommt es zu charakteristischen Veränderungen.
Diese sind sowohl der Prävention als auch der Therapie mit kosmetischen
und dermatologischen Therapeutika zugänglich.
Die extrinsische Hautalterung wird in erster Linie
durch UVA- und UVB-Licht verursacht. Eine immer größere Bedeutung
gewinnt hier die chronische UVA Exposition in Solarien. Im Gegensatz zur
intrinsischen Hautalterung, die zur Hautverdünnung (Atrophie) führt,
kommt es bei der Lichtalterung zur Dickenzunahme durch Zellproliferation,
Faltenbildung durch Fehlvernetzungen im kollagenen
Stützgewebe und vermehrter Melaninbildung mit fleckiger Pigmentierung.
1.2.1. Kollagenschäden bei lichtgealterter Haut – die Rolle der Matrixmetalloproteinasen
Ein wichtiges Charakteristikum der lichtgeschädigten Haut ist das
Auftreten unreifer kollagener Fasern, die die Fasern
reifen Kollagens ersetzen. Diese Veränderungen
werden durch spezielle Enzyme, die Matrixmetalloproteinasen,
hervorgerufen, die als Schlüsselmoleküle einen Großteil der
histologisch zu beobachtenden Hautveränderungen
auslösen. Hierzu gehören z. B. die solare Elastose, die klinisch als sogenannte
Landsmannshaut bezeichnet wird.
1.2.2. Hemmung der Aktivität der Marixmetalloproteinasen durch Anti
Aging Wirkstoffe
In verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass die Aktivität der Matrixmetalloproteinasen durch Wirkstoffe, die auch in
Hautpflegeprodukten zum Einsatz kommen, wirksam unterdrückt wird. Die
herausragende Rolle von Vitamin E in der Prävention der lichtbedingten
Hautalterung ist unbestritten, jedoch sind auch Vitamin A und die aufgrund
ihrer hormonähnlichen Wirkung in Anti Agingprodukten eingesetzen Phytosterole sehr effektiv. Phytosterole
erhöhen die Hautfeuchtigkeit und können Hautveränderungen
entgegenwirken, die aufgrund der sinkenden Östrogenspiegel ab ca. dem
vierzigsten Lebensjahr bei der Frau entstehen.
Jetzt wurde erstmals nachgewiesen, dass auch Phytosterole
und Vitamin A die gesteigerte Aktivität der Matrixmetalloproteinasen
nach UVA Belastung hemmen. Verschiedene Versuchsreihen am Institut für
umweltmedizinische Forschung (IUF) der Universität Düsseldorf zeigten
eine Hemmung der Expression von Matrixmetalloproteinasen
(MMP1 Expression) um bis zu 65 % für Phytosterole,
82 % für Vitamin A und bis zu 75 % für Vitamin E2.
1 = Vitamin A 10 μmol
2 = Generol 30 μmol
3 = Vitamin E 10 μmol
1 Krutmann J., Diepgen T., Hautalterung.
Grundlagen, Prävention, Therapie. Springer Verlag Berlin Heidelberg 2003.
ISBN 3-540-00033-X